도스토예프스키의 ‘소냐 모티브’의 시적 변용 - 게오르크 트라클의 인물시 「소냐」를 중심으로 -

Poetische Verklärung des Sonja-Motivs Dostojewskijs. Am Beispiel des Figurengedichts Sonja von Georg Trakl

초록

In der vorliegenden Arbeit wird versucht zu zeigen, wie sich in Trakls zeitgleicher Rezeption die Faszination durch Dostojewskijs Erneuerungsutopie mit einer unüberwindlicher Skepsis mischt. Dabei wird die Funktion der intertextuellen Bezüge im Vordergrund stehen.Trakl verwendet die möglicherweise auf Dostojewskijs Romanfigur zurückgehende Gestalt der Sonja im liedhaften Gedicht Sonja, das im Mai 1913 entstand. In Dostojewskijs Roman Schuld und Sühne verbindet sich mit dieser Frauenfigur die Hoffnung auf eine Erlösung des Sünders Raskolnikow durch die Kraft der Liebe. Sonja realisiert das Prinzip der Vergebung im Leben, indem sie zur Liebe des ganzen Menschen bis zur Selbstaufopferung fähig ist. Aber Trakls Darstellung der Sonja-Figur im Zeichen von Verschwinden, Abwesenheit und Tod deutet auf einen Widerruf von Dostojewskijs Liebesutopie. Durch die Reihung disparater Bilder entsteht ein changierendes Gesamtbild, in dem Figur und Umgebung ineinander zu verschwimmen scheinen. Die konkrete Gestalt der Titelfigur erscheint lediglich in flüchtigen Andeutungen, etwa ihres Prostituiertendaseins. Auch hier steht der Aspekt des Verborgenen und der Zurückgezogenheit dieser Schattenexistenz im Vordergrund. In der Schlussstrophe geht die erste Konkretisierung der Figur, deren Gesicht nun fragmentiert über Brauen und Wangen in den Blick kommt, paradoxerweise einher mit ihrem endgültigen Verschwinden im winterlichen Hintergrund, von dessen blendender Schneelandschaft sich das Weiß ihrer Brauen nicht mehr abhebt. Die Distanzsignale der heiligen, sanften, verborgenen, zurückgezogenen Frau, aber auch der verletzten, geschändeten Frau, die im Gedicht Sonja auf das Scheitern der liebenden Begegnung deuten, sind als skeptische Aufnahme Dostojewskijs lesbar.Ein weiterer Text Dostojewskijs, der vom fatalen Scheitern einer Liebesbegegnung erzählt, ist der zweite Teil Beim nassem Schnee des Roman Aufzeichnungen aus dem Untergrund. Der Schlussszene der Erzählung könnte Trakl in seinem Figurengedicht Sonja reflektieren, so dass das Verschwinden der Figur in der winterlichen Landschaft als Symbol für ein tragisches Scheitern zwischenmenschlicher Beziehungen interpretiert werden kann.

키워드

트라클도스토예프스키소냐죄와 벌TraklDostojewskijSonjaSchuld und Sühne
제목
도스토예프스키의 ‘소냐 모티브’의 시적 변용 - 게오르크 트라클의 인물시 「소냐」를 중심으로 -
제목 (타언어)
Poetische Verklärung des Sonja-Motivs Dostojewskijs. Am Beispiel des Figurengedichts Sonja von Georg Trakl
저자
류신
발행일
2014
저널명
헤세연구
32
페이지
179 ~ 202